Eindrucksvoll verbindet Friedrich Laubengeiger in seiner Kunst Nord und Süd, Täler und Meere, Licht und Perspektive zu einem farbgewaltigen Kaleidoskop. Landschafsstudien, Portraits und Zeichnungen, Akte, flüchtige Striche auf Papier, satte Ölfarbe auf Leinwand - das Œuvre erstreckt sich über unterschiedlichste Sujets und Medien.
Friedrich Laubengeiger wurde 1929 in Suttgart geboren und wuchs in Waiblingen auf, wo er 1948 das Abitur ablegte. Schon in frühesten Kindertagen umgab ihn die Kunst des malenden Vaters, der neben Mathematik und Deutsch an der Waiblinger Realschule auch Kunst unterrichtete. Ab 1949 bis 1953 studierte Friedrich Laubengeiger an der Stuttgarter Kunstakademie, unter anderem bei Gerhard Gollwitzer, Hugo Peters und Manfred Henninger. Letzterer prägte den jungen Mann ebenso wie Oskar Kokoschka und dessen "Schule des Sehens", der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg, an der Friedrich Laubengeiger 1961 teilnahm und mit dem Oskar-Kokoschka-Fonds-Preis ausgezeichnet wurde. Durch den Einfluss Henningers und Kokoschkas entwickelte Friedrich Laubengeiger eine ganz eigene Farben- und Bildsprache, die auf das Sehen als reflektierten, begreifenden Prozess zurückgeht.
Nach einem kurzen Aufenthalt in Nizza zog es Friedrich Laubengeiger nach Norddeutschland, wo er zuerst als Referendar in Lübeck und Bad Oldesloe und schließlich ab 1958 bis 1991 als Kunsterzieher am Hermann-Tast-Gymnasium in Husum mit seiner "Schule des Sehens" Generationen von Schülerinnen und Schülern für die Kunst begeisterte.
Mehr als eine Ausstellung haben seine Werke seither gefüllt. Im 97. Lebensjahr des Künstlers hat der Freundeskreis Nordfriesland Museum. Nissenhaus Husum e. V. ihn und seine Kunst mit einer umfassenden Restrospektive geehrt, die erstmals seit 1999 einen Überblick über das farbgewaltige Schaffen Friedrich Laubengeigers gibt. In reduzierter Form macht diese Ausstellung nun am Haus der Stadtgeschichte Waiblingen Station.
Die Ausstellungseröffnung findet am Donnerstag, den 21. Mai um 18.30 Uhr in der Kunstschule Unteres Remstal statt. Im Anschluss haben die Gäste die Möglichkeit, die neue Ausstellung im Haus der Stadtgeschichte zu erkunden. Danach bietet sich bis zum 13. September 2026, immer von Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr, Gelegenheit zum Ausstellungsbesuch – auch im Rahmen von Veranstaltungen und Führungen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (202 Seiten, farbig illustriert) mit Beiträgen zu Biographie und Werk Friedrich Laubengeigers. Er ist zum Preis von 29,-- EUR erhältlich.
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